Edelgard Bulmahn, Bundesministerin



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Edelgard Bulmahn

Kurzinfo

Bundesministerin für Bildung und Forschung
Studium der Politischen Wissenschaften und der Anglistik an der Universtät Hannover Studienrätin; 1969 Eintritt in die SPD
seit 1987 Mitglied des Deutschen Bundestages
seit 1991 Mitglied des Fraktionsvorstandes
seit 1993 Mitglied des Parteivorstandes


Zitat: "Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Bestrebungen, Frauen innerhalb der Partei zu fördern und die Quote durchzusetzen. Denn eins ist klar: Ein Stillstand würde hier sofort Rückschritt bedeuten."

Edelgard Bulmahn trat mit 18 Jahren in die SPD ein, weil sie die Gesellschaft mitgestalten wollte. In ihrer Familie war Politik eher selten ein Thema, aber ihre Mutter gab ihr ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden mit auf den Weg. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, an ihrer Spitze Willy Brandt, war für sie der geeignete Ort und die Bewegung, mit der ihre Ziele und Vorstellungen am meisten Übereinstimmung fanden.
Brüche in ihrer Biographie, die einen Einfluss auf ihre politische Karriere hatten, gab es, so Edelgard Bulmahn, in ausgeprägter Form eigentlich nicht, wobei ihre Entscheidung, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren, natürlich einen starken Einfluss auf ihr persönliches Umfeld und auf ihr Privatleben hatte. Ohne die gemeinsame Absprache mit ihrem Mann und seine deutliche Unterstützung wäre dies, so Edelgard Bulmahn, nicht gegangen. So sieht sie natürlich eine Wechselbeziehung zwischen ihrem privaten Umfeld und ihrem politischen Weg. Man könne dies jedoch, so ihre Ansicht, auch positiv sehen und müsse es nicht nur unter dem Aspekt des Verzichts betrachten. Als ihr Mann beispielsweise für seine wissenschaftliche Karriere mehrere Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika verbrachte, hatte Edelgard Bulmahn sich von dort viele politische Anregungen geholt, interessante Gespräche geführt und Freunde gefunden.

Natürlich verändern sich die politischen Ziele und Zielvorstellungen im Laufe der Zeit, so Edelgard Bulmahn rückblickend. Da sie aber von jeher ein pragmatisch denkender Mensch gewesen sei, könne sie nicht behaupten, große programmatische Brüche oder theoretische Umwälzungen vollzogen zu haben. An ihren Grundüberzeugungen von einer sozial gerechten und demokratischen Gesellschaft habe sich nichts geändert und werde sich auch nichts ändern.

Die SPD sei innerparteilich und programmatisch, so Bulmahn hinsichtlich der Frage der Chancengleichkeit in der Gesellschaft und speziell in der Politik, mit dem Bewusstsein für Frauenförderung weiter als der Durchschnitt der Gesellschaft. Trotzdem sei es so, daß man nicht nachlassen dürfe in den Bestrebungen, Frauen innerhalb der Partei zu fördern und die Quote durchzusetzen. Denn eins sei nach wie vor sicher: Ein Stillstand würde hier sofort Rückschritt bedeuten. Aber auch in der SPD sei feststellbar, daß Frauen besser sein müßten als Männer, wenn sie sich durchsetzen wollten. Das Verhältnis von Frauen untereinander innerhalb der SPD sei ein "sehr gesundes" Verhältnis; es gebe ein großes Maß an Solidarität, aber auch Auseinandersetzungen und Konkurrenzen. Frauen dürften sich keinen "Schutzraum" in der Politik suchen, sondern müßten sich überall engagiert einmischen und ihre Rechte einfordern.

Die Methodenkenntnisse, die sich Edelgard Bulmahn in ihrem Studium erworben hat, kommen ihr auch heute in ihrem Ministeramt zugute. Außerdem habe sie schon immer gerne mit Menschen zusammengearbeitet, mit ihnen diskutiert und gemeinsam Dinge entwickelt, wobei es ihr persönlich immer wichtig war und ist, daß nicht nur diskutiert, sondern auch Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Sie bezeichnet sich als einen sehr pragmatischen Typ, daher fordert und fördert sie eine effiziente Umsetzung von Projekten und Programmen.

Mit ihrer Arbeit möchte Edelgard Bulmahn insgesamt zu einer demokratischen und emanzipatorischen Gesellschaft beitragen. Für sie steht dabei ganz klar die Chancengerechtigkeit von Arm und Reich, für Frauen und Männer im Vordergrund. Gerade Bildung und Forschung sind für sie die Schlüssel zu einer sozial gerechten, wirtschaftlich erfolgreichen und kulturell vielfältigen Gesellschaft. Deshalb möchte sie, daß möglichst viele Menschen eine gute Bildung erhalten können, und arbeitet daran, die Bildungs- und Forschungslandschaft in Deutschland zu modernisieren und zu verbessern.

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